Kulturpartie // Part II // Willy Günther

 

Wir haben die Tage zwischen den Jahren genützt und sind wieder auf Kulturpartie gegangen.

Am Sonntag den 5. Januar 2020 fand unsere zweite Kulturpartie statt. Wir haben einen Ausflug in die Mecklenburgische Provinz unternommen. Genauer gesagt ins 300-Einwohnerdorf Dambeck. Das liegt irgendwo zwischen Berlin und Hamburg an der Landesgrenze zu Brandenburg. Ziel der Reise war ein Treffen mit dem mittlerweile über achtzigjährigen Maler Willy Günther.

Willy Günther stammt ursprünglich aus Wachstedt in der Nähe von Göttingen und studierte in den 50er und 60er Jahren Malerei in Dresden. Seit 1972 lebt er zurückgezogen in Mecklenburg-Vorpommern und hat in seinem unermüdlichen Eifer seither mehrere tausend, größtenteils ungezeigte Gouachen geschaffen.

Seine Werke sind größtenteils mit Wasserfarben auf einfachem Papier oder der Rückseite von Tapetenrollen entstanden. Beim betreten seines Ateliers stießen wir auf eine nie gesehen Fülle an Skizzen, halbfertigen Arbeiten und mehrmals überarbeiteten Werken. Die Blätter mit farbenfrohen Landschaften und figürlichen Darstellungen füllen hundertfach übereinander gestapelt Tische und Regale. Unzählige Arbeiten liegen im alten Bauernhaus über zwei Etagen in sämtlichen Räumen verteilt und werden von WIlly Günther unermütlich weiter bearbeitet. Dieser unkonventionelle Schaffensprozess kann sich nach Aussage des Künstlers gut und gerne über mehrere Jahre hinziehen, denn als wirklich abgeschlossen betrachtet er nur einen sehr überschaubaren Teil der Werke.

Einige ‚fertige‘ Exemplare wurden vom Kurator / Künstler Matthias Kanter vorselektiert und im Festsaal des örtlichen Karnevalvereins den Jungen Freunden und interessierten Dorfbewohnern zur Werkschau präsentiert. Wir durften spontan am Prozess der Kuratierung für eine anstehende Dauerausstellungen im Finanzministerium Schwerin mitwirken.

Unser Ausflug hat uns einen wundervollen Einblick in die Schaffenswelt und Lebensumstände des Künstlers Willy Günther gewährt. Eine Künstlerpersönlichkeit, wie sie heute eigentlich nicht mehr vor kommt: unprätentiös, unermüdlich und analog.